Low Land, New Heights – Holländische Landschaftsmalerei aus der Sammlung

Mit den Niederlanden verbinden wir gemeinhin flache Landstriche von Dünen- und Küstengebieten und nicht zuletzt Wasser so weit das Auge reicht. Mehr noch als heute bestimmten im 17. Jahrhundert Flüsse und Kanäle das Bild der holländischen Landschaft wie in Jan van Goyens Ansicht von Dordrecht, wo vor den Toren der Stadt Fischer und Fährboote auf seichtem Gewässer treiben, das sich bis zu den Windmühlen in der Ferne erstreckt. Diese Weite entspricht der Seherfahrung in den »niederen Landen«. Entsprechend tief legten die Maler den Horizont in ihren Bildern, über dem sich der weite Himmel mit seinen bewegten Wolkengebilden ausbreitet.

Die Künstler des 17. Jahrhunderts schufen veritable Topographien ihrer Heimat. Damit propagierten sie ein neues Bewusstsein für das eigene Land und die nationale Identität. Die Fluss- und Dorfansichten Jan van Goyens sind dafür ebenso repräsentativ wie die pittoresken Dünen- und Waldlandschaften Pieter de Molijns. Stolz waren die Holländer auch auf ihre weltumspannende Handelsmacht, die in den See- und Marinestücken eines Willem van de Velde zum Ausdruck kommt. Mit Jacob van Ruisdael schliesslich gewann die Landschaftsmalerei als Spiegel menschlichen Empfindens eine geistige Dimension.

Dem vielschichtigen Genre der Landschaftsmalerei ist die Kabinettpräsentation Low Land, New Heights mit den Sammlungshighlights des niederländischen Barocks gewidmet, die für einmal in einem anderen Umfeld im Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus zu erleben sind. In diesem Sinne erweitert sich der Gang durch das holländische Flachland denn auch ins 20. Jahrhundert mit Richard Longs River Avon Driftwood Line. Longs elementare Struktur aus Treibholzstücken lässt in ihrer Form als lineare Setzung den Weg des Künstlers anklingen und macht seinen respektvollen Gang durch die Natur für uns selbst erfahrbar. Dahingehend regt Low Land, New Heights nicht zuletzt dazu an, uns mit der eigenen Beziehung zur Natur und unserem Umgang mit der Umwelt zu beschäftigen.

Kuratorin: Andrea Lutz

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